Berechtigte Wut | Psychologie für Zuhause

Berechtigte Wut Herzlich willkommen zu unserer Reihe „Psychologie für zu Hause“. Wir wollen uns wieder mit Gefühlen beschäftigt, denn in diesen Zeiten, wo wir uns nicht frei bewegen können und mit den Lieben so dicht auf einander sitzen, da sind…

Berechtigte Wut | Psychologie für Zuhause

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Berechtigte Wut

Herzlich willkommen zu unserer Reihe „Psychologie für zu Hause“. Wir wollen uns wieder mit Gefühlen beschäftigt, denn in diesen Zeiten, wo wir uns nicht frei bewegen können und mit den Lieben so dicht auf einander sitzen, da sind es oft die Gefühle, die uns einen Streich spielen.
Wir haben alle einen guten Kopf, wir wissen wir müssen zu Hause bleiben, wir müssen Distanz halten, aber unsere Gefühle, die gehen da nicht immer so mit. Wenn wir zu wütend werden besteht die Gefahr, dass wir andere dabei schädigen. Da möchte ich Ihnen heute ein bisschen helfen, wie man damit umgehen kann.
Wut ist ein ganz wichtiges Gefühl, Sie erinnern sich vielleicht auch an die andere Reihe, wo ich gesagt habe, es hilft uns auch nicht in die Hilflosigkeit zu gehen – es hilft uns, uns zu wehren, vor allem wenn ein Anderer unsere Grenzen verletzt. Ich will nicht, dass du in meinem Garten Kohl anbaust! Und wenn das Jemand wieder macht: ich will das immer noch nicht! Sie haben das Recht zu sagen: „das macht mich wütend! Es macht mich wütend, dass Sie einfach über meine Grenzen gehen oder dass Du über meine Grenzen gehst!“. Das ist total okay. Es ist nicht okay, den Anderen zu entwerten oder zu beleidigen. – „Was bist du für ein Arsch und der letzte Mensch und so weiter“.
Wir werden manchmal auch wütend ohne dass wir genau wissen, was der Grund ist, wenn wir uns manipuliert fühlen, dann ist es gut nochmal genau hinzugucken: zum Beispiel „Ach wenn du mich lieben würdest, dann würdest du den Müll runterbringen.“ Und da merkt man, ich liebe ihn doch aber ich bin jetzt wütend, weil das ist eine Manipulation – sozusagen die Liebe an einen Gefallen zu binden. Im Prinzip ist es eine Erpressung und da wütend zu werden, ist total okay.
Aber was mache ich jetzt, wenn ich so eine Wut habe?
Das eine ist, sich runter zu regulieren: ausatmen, um den Block laufen, gegen den Stein treten, singen, irgendwas machen. Und wenn Sie gerade in Beziehung sind, kann man das dem Partner oder der Partnerin oder auch Kindern sagen: Papa oder Mama ist so wütend, ich könnte gerade was kaputt machen, ich brauch mal eine Auszeit. Das kann man dann vereinbaren – wir können uns in einer Stunde noch mal zusammensetzen. Dann haben Sie die Möglichkeit ein bisschen runter zu regulieren.
Dabei gibt es eine große Falle: Man hat sich herunter reguliert und es ist wieder alles eigentlich nett und schön und man denkt „ach ja, komm wir reden nicht darüber, nachher kocht wieder was hoch, wir lassen es so wie es ist“.
Das ist wirklich eine Falle! Machen sie das nicht, denn wenn das Problem noch mal kommt oder ein ähnliches Problem, dann ist danach die Wut doppelt so groß. Weil Sie die Wut nicht in einen angemessenen Kontakt gebracht haben, sondern Sie haben sie runtergeschluckt und das hilft nicht. Das hilft ihnen nicht und hilft auch der Beziehung nicht.
Was machen sie jetzt? Wenn sie ein bisschen Zeit hatten und sich ein bisschen reflektiert haben. Sie wissen es wahrscheinlich schon, Sie benutzen die gewaltfreie Kommunikation und sagen, ich nehme jetzt mal das Beispiel mit dem Mülleimer oder dem Bier.
„Ich sehe, dass Du was von mir willst, aber sags, t das hätte was mit unserer Liebe zu tun und ich fühle mich wütend, wenn du sowas machst, weil da fühle ich mich erpresst und was ich brauche ist, dass Du meine Liebe ernst nimmst und dass Du fair mit mir in Kontakt gehst. Und deswegen bitte ich Dich, wenn Du möchtest, dass ich Dir Gefallen tue, dann bitte mich einfach um einen Gefallen.
So das war jetzt wieder die gewaltfreie Kommunikation im Zusammenhang mit Wut.
Ich möchte ihnen aber noch etwas sagen, wenn sie streiten, nur ein kleiner Tipp, wenn sie merken ihre Argumente wiederholen sich, „aber ich habe dir doch gesagt“, „ich sag’s dir nochmal“ „und ich sag es ein drittes Mal und ein viertes Mal“ und „ich sage es immer wieder“. Wenn sie merken, dass sie sich wiederholen.
Ich weiß schon, warum Sie das machen, ich mache das auch manchmal: Ich fühle mich nicht verstanden – aber der andere versteht das ja schon, nämlich die Worte, aber der ist nicht einverstanden aus irgendeinem Grund. Wenn Sie merken, Sie fangen an, Argumente im Streit zu wiederholen, dann brechen Sie den Streit ab. Verschieben Sie die Auseinandersetzung auf später. Wenn Sie merken, Sie sind so verhakt, dass Sie immer wieder das Gleiche wiederholen und das dann nach spätestens einer halben Stunde immer noch, machen Sie einen Schnitt, sagen Sie: „okay, wir verhaken uns nur noch mehr, lasst uns eine Auszeit nehmen und lass uns später noch mal zusammensetzen.“
Probieren Sie es aus, es ist wirklich hilfreich für die Argumentation in der Beziehung, dass es sich nicht aufschaukelt.
Also probieren sie es bitte aus und bleiben sie behütet

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