Unter Strom | Psychologie für Zuhause

Unter Strom Hallo und herzlich willkommen zu unserer „Reihe Psychologie für Zuhause“. Heute wollen wir uns mal mit dem Thema Stress beschäftigten, zuhause sitzen zu bleiben, nicht rausgehen zu können, so dicht aufeinander zu sitzen, das ist Stress. Normalerweise, wenn…

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Unter Strom

Hallo und herzlich willkommen zu unserer „Reihe Psychologie für Zuhause“. Heute wollen wir uns mal mit dem Thema Stress beschäftigten, zuhause sitzen zu bleiben, nicht rausgehen zu können, so dicht aufeinander zu sitzen, das ist Stress.
Normalerweise, wenn Leute zu mir kommen und sagen ich habe so viel Stress oder ich habe ein Burnout oder ich komme nicht mehr zurecht, dann sage ich immer, bevor wir dann in die Psyche gehen, schauen wir erst einmal im „Außen“. Oft ist es auch wirklich zu viel, dass Jemand sich zu viel aufgeladen hat oder sich verantwortlich fühlt für Dinge, für die er vielleicht gar keine Verantwortung hat. Aber im Moment ist es hier so, dass wir guten Grund haben, Stress zu haben. Es ist einfach anstrengend.
Die Frage ist, was machen wir damit? Wie bewerten wir das Ganze? Weil Stress an sich, wir denken ja immer es ist ein Gefühl. „Oh ich fühle mich so gestresst“. Aber Stress ist eigentlich eher eine Bewertung der Situation, die wir wahrnehmen. Und da ist es gut, wenn man sich gestresst fühlt, mal wieder zu atmen und zu schauen, ob es nicht ein darunterliegendes Gefühl gibt, das aktiviert wird und was mir den Stress so furchtbar unangenehm macht.
Wenn man mal ein bisschen atmet und schaut, ist es meistens das Gefühl, „ich kann das nicht mehr“, „ich bin überfordert“, das heißt aber auch „ich bin nicht gut genug“. Das heißt wir schauen noch mal auf die Transaktionsanalyse.
Eric Berne hat gesagt jeder in uns hat Antreiber aus unserer Kindheit, die dafür sorgen, dass wir in Stress kommen oder vermehrt in Stress kommen oder den Stress als besonders schmerzlich erleben.
Er hat fünf Antreiber gefunden:
• Sei perfekt
• Sei stark
• Streng dich an
• Sei lieb
• Beeil dich
Wenn ich diese Antreiber in mir habe, dann komme ich ganz schlecht an den Punkt, wo ich sage: „ich bin gut genug“.
Deswegen möchte ich Sie heute mal einladen herauszufinden, welches denn Ihr spezieller Antreiber ist?
Sie sitzen jetzt hoffentlich bequem auf Ihrem Stuhl, vielleicht liegen die Handflächen sogar locker auf ihren Oberschenkeln. Schön ist, wenn Sie Kopf und Oberkörper aufgerichtet haben und Sie konzentrieren sich auf Ihren Atem.
Atmen Sie ruhig mehrmals in Ihren Bauch.
Und gehen Sie mal zurück in Ihre Kindheit, lassen Bilder entstehen von Situationen, in denen Sie gewesen sind, von Erlebnissen, die Sie hatten.
Zuhause, denken Sie an Ihr Kinderzimmer, das Wohn- oder Esszimmer oder die Küche, die Schule. Spüren Sie mal in ihrem kritischen Eltern-Ich, was Sie da erlebt haben?
Das ist immer gekoppelt an bestimmte Gesten, an bestimmte Worte, wie müssen, verbieten, befehlen. Die Geste ist der erhobene Zeigefinger, die zusammengezogenen Augenbrauen, das von oben herab blicken, die scharfe Stimme, die einen zusammenzucken lässt.
Wen gab es da in Ihrem Leben, der so mit Ihnen umgegangen ist?
Stellen Sie sich vor, wie Sie mit ihm gesprochen haben. Was haben Sie gesagt?
Die Gesichtsausdrücke, die Stimme. Wie hat sich das angefühlt für Sie?
Dann überlegen so auch mal, ob Sie nicht davon auch etwas übernommen haben?
Ob nicht ein Stück davon bei Ihnen auch ist in Ihnen?
Die Stimme erheben, die Augenbrauen zusammenzucken, den Finger erheben.
Vielleicht ist das was in Ihnen, was Sie spüren, was Sie übernommen haben und was Sie auch weitergeben.
Dann atmen Sie mal wieder.
Verabschieden sich von diesem kritischen Eltern-Ich und fühlen mal in Ihr inneres Kind, wie haben Sie sich gefühlt als Reaktion auf diesen erhobenen Zeigefinger.
Wie haben Sie sich gefühlt? Hilflos oder traurig?
Haben Sie sich schuldig gefühlt? Haben Sie sich zurückgezogen?
Sind sie unehrlich geworden? Haben sie gehorcht?
Spüren Sie in sich rein, vielleicht können Sie sich sehen als Kind, mit Ihrer Mimik, mit Ihrer Gestik. Lassen Sie sich ruhig Zeit zu fühlen, wie sich das angefühlt hat.
Und auch, was für Entscheidungen Sie als Kind damals getroffen haben, Sie übernommen haben.
Jetzt fragen Sie sich, was sind die Antreiber, die ich übernommen habe?

Ich lese Ihnen jetzt mal vor und schauen Sie mal auf welchen Antreiber Sie am stärksten reagieren.

• Streng dich an!
• Sei perfekt!
• Sei lieb!
• Sei stark!
• Beeil dich!

Wenn Sie Ihren persönlichen Antreiber gefunden haben, dann setzen Sie jetzt, einen Satz dagegen, sowie so wie es für Sie am besten passt.
• Ich bin okay, so wie ich bin.
• Ich bin geliebt.
• Ich bin ein Kind Gottes.
• Ich bin wunderbar gemacht.
• Ich bin gut so, wie ich bin.
Haben Sie ein Bild davon, wie Sie als Kind waren, wenn Sie in Ihrem freien Kind waren.

Ich hoffe Sie, haben Ihren Antreiber gefunden und ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viele freudvolle Gedanken auch in der Auseinandersetzung mit dem Antreiber – dass Sie schöne gute Bilder auch dagegen setzen können.
Sie sind gut so wie Sie sind! Bleiben Sie behütet!

 
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