Wenn wir auf 180 sind | Psychologie für Zuhause

Wenn wir auf 180 sind Hallo und herzlich Willkommen zu unserer Reihe „Psychologie für Zuhause“. Heute wollen wir uns wir dem Thema „wenn wir auf 180 sind“ beschäftigen. Das kennen Sie bestimmt auch, selbst wenn man es nicht zeigt, dass…

Wenn wir auf 180 sind | Psychologie für Zuhause

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Wenn wir auf 180 sind

Hallo und herzlich Willkommen zu unserer Reihe „Psychologie für Zuhause“.
Heute wollen wir uns wir dem Thema „wenn wir auf 180 sind“ beschäftigen.
Das kennen Sie bestimmt auch, selbst wenn man es nicht zeigt, dass man innerlich auf einmal auf 180 ist. Ganz schnell. Das psychologische Thema dazu heißt Projektionen.
Das Interessante ist, wenn wir ganz schnell auf etwas heiß reagieren, dass wir oft gar nicht so genau wissen, woher das kommt, wie das kommt. Was dann hilft ist, ist Ruhe zu bewahren, zu atmen und zu schauen, was waren eigentlich die Fakten. Was ist ganz genau passiert?
Ich möchte Ihnen das gerne an einem Beispiel von einem Klienten beschreiben: „Meine Frau bringt mich manchmal in null komma nichts auf 180, wenn sie mir irgendetwas Kritisches sagt.“ Ich habe ihm gesagt, „jetzt schauen wir uns das mal an, was hat Ihre Frau gesagt?“ „Ich habe etwas vergessen, dafür hat sie mich kritisiert“. Ich habe gefragt, ob die Kritik unangemessen war, war es nicht in Ordnung? Nach einer Weile überlegen, sagte er, „es war eigentlich in Ordnung, aber die Art war unmöglich.“
Ich habe gefragt, was war an der Art, wie war die Art? Nach einer Weile überlegen, sagte er, sie war ungehalten, aber das wäre er an ihrer Stelle auch gewesen. Ich habe ihn gebeten sich nochmal in die Situation zu versetzten und zu schauen, was es eigentlich war, was ihn so aufgeregt hat.
Und auf einmal wusste er, was es war, wenn seine Frau etwas ungehalten ist, zieht sie immer eine Augenbraue hoch. „Und wenn ich das sehe bin ich in kürzester Zeit auf 180.“
Nach der Frage, ob er das irgendwo her kennt aus seinem Leben, seiner Kindheit oder aus der Schule, sagte er, seine Mutter habe das auch gemacht. „Sie konnte richtig garstig werden, wenn ich sie aufgeregt habe.“ Mit Sätzen wie „du bringst mich noch in Grab“, „du bist das Letzte Kind“. Wenn die Mutter so mit ihm geschimpft hat, ist bei ihr auch die Augenbraue hoch gegangen.
Was ist passiert? Wir haben alle in uns ein psychisches System, ich erkläre das immer mit Hilfe der Transaktionsanalyse.
Wir haben ein Eltern-Ich
Wir haben ein Erwachsenen-Ich
Wir haben ein Kind-Ich
Dieser Mann hatte ein sehr kritisches Eltern-Ich, das dem Kind gesagt hat, „du bringst mich noch ins Grab“.
Das Interessante ist, diese ganzen Stimmen, diese Eltern, diese Kinder, sind alle noch in uns. Sie können immer wieder wachgerufen werden.
Was ist jetzt mit der Frau passiert?
Das Kind hat die Stimme nicht mehr von der Mutter gehört, sondern von der Frau, das heißt er hat die Erfahrung, die er früher gemacht hat, auf seine Frau projeziert. Wie auf eine Leinwand. Stellen Sie sich vor das Gefühl ist auf eine Leinwand projeziert worden. Die Frau war plötzlich wie die Mutter.
Das ist nur ein Beispiel, das können auch Frauen machen.
Was machen wir jetzt damit?
Wir schauen uns das erst einmal an und dann gehen wir auf die Erwachsenen-Ebene.
Der Teil in uns der klar und vernünftig ist, der fähig ist, so etwas zu analysieren und zu sagen, das war meine Mutter, da gehört die Wut eigentlich hin, sie hat mich immer so verletzt. Das gehört eigentlich nicht zu meiner Frau.
Das heißt, wenn ich meiner Frau gegenüber solche „heißen“ Gefühle bekomme, ist das für mich der Hinweisreiz dafür zu sagen: STOPP, meine Frau ist nicht meine Mutter. Das machen auch Frauen mit Ihren Männern! Mein Mann ist nicht mein Vater, bloß weil er wütend ist und die Stimme erhebt. Er ist nicht mein Vater, der mich früher vielleicht verhauen hat. Zu sagen, stopp das ist so nicht. Was manchmal hilft, ist auf der Erwachsenenebene mit dem Partner oder der Partnerin darüber zu reden, was gerade passiert. Dem Partner zu sagen, oh du ziehst gerade wieder deine Augenbraue hoch, ich muss mich jetzt zusammenreißen, dass ich nicht so wütend werde, wie ich es eigentlich auf meine Mutter sein sollte.
Das bringt vielleicht Entspannung in die Beziehung.
Das ist ein ganz großes Problem in unserer Gesellschaft, dass wir sehr oft Andere für etwas verantwortlich machen, was uns im Leben passiert ist. Dafür können die einfach gar nichts.
Das nennt man Projektion. Kennen Sie das?
Bleiben Sie behütet!

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Die Psychologischen Beratungsstellen der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland sind weiter für Sie da, unabhängig von Religion oder Glauben.
Auch bei Ihnen vor Ort!
Rufen Sie an – Telefonnummern unter:
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